UK SUBS – 42 sec Rückblende

In Eric Friedlers gelungener Doku über die Toten Hosen „Nichts als die Wahrheit“ dürfen zu Beginn gleich zwei ehrwürdige Honoratioren etwas Nettes über Campino’s Band sagen. Der eine ist „Sir“ Bob Geldof, der andere — Charlie Harper. Diese Adelung holt man sich natürlich nicht von irgendwem. Charlie Harper ist als Sänger der UK SUBS so etwas wie ein lebendiges Stück Zeitgeschichte. Mit seinen UK SUBS schrieb er Hits wie „Stranglehold“, „I live in a car“, oder „Down on the Farm“, das — wie auch immer man das bewerten will — einst von Guns’n’Roses auf ihrer „The Spaghetti Incident?“ gecovert wurde. Die UK Subs gab es praktisch immer. Seit 1976. Von Beginn des Punk-Kalenders an, quasi. Und obwohl sich Charlie Harper irgendwo in den Mit-Sechzigern befindet, klang die Band niemals frischer und knackiger als heute (Jamie Oliver an Drums!). Sie haben den Blues, den Punk sowieso und da wo Rancid nach Cockney klingen wollen, klingen UK SUBS einfach so wie sie sind: Nach England, London, 1976. Groß, mondän, dunkel, zeitlos, echt. Um es mit Campino zu sagen: „Und immer wieder, sind es die selben Lieder, die sich anfühlen, als würde die Zeit still stehen“